Von Schützenfesten und Mettbrötchen – Eine Deutschlandreise
Berlin, 16. April 2020 – Die Formulierung »Heiter bis wolkig« im Wetterbericht kann alles und nichts versprechen. Als Redewendung ist sie typisch für die deutsche Sprache, die Aussage umfasst ein ganzes Spektrum an Möglichkeiten. Ähnlich wenig festlegend ist auch die Haltung der Fotografen David Carreño Hansen (*1978, Madrid), Sven Stolzenwald (*1986, Neuss) und Christian A. Werner (*1980, Weimar), die sie in ihrem Bildband Heiter bis wolkig gegenüber dem Begriff der Heimat einnehmen: irgendwo zwischen Faszination und Befremden.
Auf ihrer Reise von Husum bis Donaueschingen beleuchten sie die deutsche Provinz und werfen einen ebenso liebe- wie humorvoll distanzierten Blick auf den Alltag in der vornehmlich vorstädtischen Idylle mit seinen Traditionen, Gewohnheiten und Eigenarten. Man sieht Schützenfeste, Industrieanlagen, Baumärkte, Baustellenabsperrungen oder Kneipenrunden – eine Archäologie des Alltäglichen zwischen Tristesse und Geborgenheit.
Zu den Fotografien versammeln sie Bildunterschriften, die zunächst aus einer Enzyklopädie des nutzlosen Wissens zu entstammen scheinen, zusammen mit den Abbildungen aber einen hintersinnigen und doppelbödigen Witz entfalten. So erfährt der Leser etwas über die Import- und Exportzahlen von Rasenmähern nach Deutschland oder über Anzahl und Verteilung von Verkehrsschildern.
Eingeleitet wird der Band von einem Vorwort des bekannten Autors Frank Goosen, der das problematische Verhältnis der Deutschen zu ihrer Heimat von den 1960er-Jahren bis zur Gegenwart auslotet. In Bezug auf seine eigene Beziehung zu dem Land, in dem er geboren wurde, formuliert er: »Aber besoffen werden will ich nur von meinem Lieblingsbier. Seinem Land sollte man vor allem nüchtern begegnen. Dann klappt es auch mit den anderen.«
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