Geschichte ließ sich beim Tag des offenen Denkmals in Karlsruhe und der KulturRegion hautnah erleben
Rund 70 besondere Orte, die kostenlos zugänglich waren, standen zur Wahl: Spuren aus der Kaiserzeit, Schlösser, Museen, Kirchen, Parks, Verwaltungsgebäude, Industrieanlagen, Statuen, Wohn- und Geschäftshäuser, technische Errungenschaften und Erfindungen – und auch Zeugnisse aus dem Mittelalter in den früher eigenständigen Ortschaften, die mittlerweile Stadtteile sind. Karlsruhe ist zwar eine junge Stadt, aber reich an Kulturdenkmalen: Über 2.500 solcher Kulturdenkmäler werden insgesamt in der Stadt gelistet.
Ob fürstlicher Lustgarten mit spektakulärem Gewächshaus im Botanischen Garten, Wandel vom Tanzsaal über die Rechtsprechung bis zum Kulturzentrum beim Prinz-Max-Palais, Zeitreise durch die Bau- und Hausgeschichte der Durlacher Karlsburg, die nach dem Umzug des Hofs nach Karlsruhe verschiedene Nutzungen erfuhr, das letzte erhaltene Stadttor der markgräflichen Residenzstadt, der Basler-Torturm, wo „echte Ritter“ zu erleben waren, oder das alte Kühlhaus auf dem Schlachthofareal: Besucherinnen und Besucher zeigten sich begeistert, tauchten ein in die Karlsruher Geschichte und entdeckten viel Neues.
Dieser Tag des offenen Denkmals erlaubte – mit geltenden Hygienemaßnahmen – besondere Blicke, gerade auch hinter die Fassaden. Denn vieles ist auch in der Kulturregion auf den zweiten Blick ganz anders, als es der erste Schein vermittelt hat: Zum Beispiel die kleine Kapelle auf dem Karlsruher Hauptfriedhof, die ursprünglich ein Krematorium war, oder die optischen Täuschungen in den Decken- und Wandmalereien im Barockschloss Bruchsal.
Dazu gab es Kurzfilme über Karlsruhe und die Region, digitale Angebote, Orgelspaziergänge, historische Spurensuche oder Denkmalrouten, bei denen vieles auch mit hybriden Angeboten erkundet werden konnte. „Viele Interessierte nutzten diese besondere Gelegenheit und erkundeten mit Freude den Unterschied zwischen ‚Sein‘ und ‚Schein‘“, betonte Martin Wacker, Geschäftsführer der koordinierenden Karlsruhe Marketing und Event GmbH. „Wir sind mit der Resonanz, die wir erlebt haben und derjenigen, welche uns die Akteure aus der Denkmalpflege widergespiegelt haben, sehr zufrieden. Insbesondere an die vielen ehrenamtlichen Aktiven geht aber unser Dank. Mit Herzblut und Leidenschaft machen sie uns das so notwendige Erleben und Erfahren der Geschichte möglich.“
Eröffnet wurde der Tag des offenen Denkmals bereits am Vorabend im Rahmen des Eckkulturdörfle, dem kulturellen Altstadtfests im ältesten Viertel von Karlsruhe. Im Rahmen der Feierstunde betonte Margret Mergen, Vorsitzende der Kulturregion Karlsruhe, wie wichtig das Projekt Monument für den Tag des offenen Denkmals in der Region sei. Hinter dem Projekt steht die Kooperation der Partner KulturRegion Karlsruhe, DRAC und up PAMINA, die den Tag des offenen Denkmals mit den Journées du Patrimoine am kommenden Wochenende verknüpft und grenzüberschreitend die Erforschung von Denkmalen ermöglicht. Gefördert wird diese Kooperation im Programm „Nouveaux horizons“ der Baden-Württemberg Stiftung.
Dazu wurden vom Karlsruher Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup unter anderem auch die Gewinnerinnen und Gewinner des Videowettbewerbs ausgezeichent. Der erste Preis ging dabei an den Beitrag zum Bruchsaler Schloss. Zweiter wurde der Film „Himmel & Hölle“, der sich mit dem ZKM beschäftigt, und der dritte Preis ging an eine Videoführung durch die Kirche Unsere Liebe Frau in der Karlsruher Südstadt. Alle Clips sind auf dem Youtube-Channel zum Tag des offenen Denkmals in Karlsruhe und der Region, der im vergangenen Jahr im Rahmen der coronabedingten digitalen Denkmalwochen entstanden ist, unter https://www.youtube.com/… zu sehen.
Ist man beim Tag des offenen Denkmals in Karlsruhe und Region auf den Geschmack gekommen, bietet es sich an, am kommenden Wochenende vom 17. bis 19. September die Journées du Patrimoine zu nutzen und im Elsass Denkmale zu erforschen. Dazu lud auch Christelle Creff, Direction régionale des affaires culturelles, die Besucherinnen und Besucher ein, die grenzüberschreitenden Angebote von „Monument“ zu nutzen.
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