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Höhere Standards, höhere Kosten – Landwirte brauchen faire Wettbewerbs- und Produktionsbedingungen
Unsere hohen nationalen Standards bedeuten allerdings auch hohe Kosten für deutsche Landwirte. Gleichzeitig werden Produkte aus dem Ausland importiert, die häufig unter geringeren Standards preiswerter erzeugt wurden. Diese Wettbewerbsverzerrung führt dazu, dass hochwertige inländische Erzeugnisse nicht angemessen entlohnt werden. Die wirtschaftliche Existenz der deutschen Betriebe ist bedroht! In Deutschland beobachten wir ein akutes Höfesterben. Die Abwanderung der Produktion ins Ausland erhöht die Importabhängigkeit und bedroht unsere Versorgungssicherheit. Mit der Abwanderung steigt das Angebot von Produkten, die zu weniger kostenintensiven Standards im Ausland erzeugt wurden – das genaue Gegenteil dessen, was man mit den hohen Auflagen in Deutschland erreichen will. Deutschland wäre von stabilen Handelswegen aus dem Ausland abhängig. Bei globalen…
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Verbändeschreiben – Abstimmung über die Änderungen an der Gemeinsamen Marktorganisation
Hierzu haben zehn Branchenverbände, darunter der Bundesverband Rind und Schwein e. V., ein gemeinsames Positionspapier formuliert und den deutschen Abgeordneten des Europäischen Parlaments zugesandt. Der zur Abstimmung stehende Entwurf sieht Änderungen der Gemeinsamen Marktorganisation (GMO) vor. Dem eigentlichen Ziel, die Landwirte zu stärken, steht dieser Vorschlag entgegen, da er einen Milliardenverlust für die deutsche Landwirtschaft zur Folge haben könnte, meinen die Verbände. Im Namen der deutschen Land- und Ernährungswirtschaft lehnen sie den Kommissionsvorschlag daher im Grundsatz ab. Sowohl der Vorschlag als auch die Position des Ausschusses würden das komplette Gegenteil der „Stärkung von Landwirten in der Lebensmittelkette“ bewirken. Der Vorschlag sieht vor, eine Vertragspflicht für Lieferungen von Milch, Fleisch und…
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EU-Richtlinie 2025/1237: Schutzstatus des Wolfs gesenkt – was bedeutet das konkret?
Mit der Veröffentlichung der Richtlinie (EU) 2025/1237 am 27. Juni 2025 wurde der Schutzstatus des Wolfs (Canis lupus) offiziell angepasst. Der Wolf ist nun nicht mehr als „streng geschützt“, sondern nur noch als „geschützt“ im Sinne der FFH-Richtlinie eingestuft. Damit ergibt sich für die Mitgliedstaaten die Möglichkeit, unter bestimmten Bedingungen regulierend einzugreifen. Was ändert sich durch die neue Richtlinie? Die Einstufung in Anhang V der FFH-Richtlinie erlaubt: • die gezielte Entnahme einzelner Wölfe, etwa bei wiederholten Nutztierrissen trotz Herdenschutzmaßnahmen, • die Aufstellung und Umsetzung von Managementplänen zur Bestandsregulierung durch die Länder, • erweiterten Handlungsspielraum für Behörden und Landwirte bei konkreten Gefährdungslagen. Alle Maßnahmen müssen jedoch: • auf wissenschaftlicher Grundlage beruhen,…
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Fokus Tierhaltung – Aufgaben für die Bundesregierung nach der Sommerpause
Die Aufhebung der Stoffstrombilanzverordnung, die Verschiebung der Tierhaltungskennzeichnung und die Wiedereinführung der Dieselrückerstattung sind aus Sicht des Bundesverbands Rind und Schwein e.V. (BRS) wichtige Signale der neuen Bundesregierung an die Rinder- und Schweinehalter in Deutschland. Damit verdeutlicht die Bundesregierung den Stellenwert der heimischen Landwirtschaft, auch im Hinblick auf globale Krisen und Versorgungsengpässe. Vor diesem Hintergrund plädiert der BRS erneut für die Aufnahme der Ernährungssicherung in das Grundgesetz. Für die Zeit nach der parlamentarischen Sommerpause hat der BRS folgende Schwerpunktthemen identifiziert: – Jegliche Stall-Umbauvorhaben und dazugehörige Bundesförderungen sind zum Scheitern verurteilt, solange keine Erleichterungen beim Bau- und Genehmigungsrecht erzielt werden. Tieren kann oftmals kein Außenklimareiz geboten werden, weil Emissionsschutzvorgaben eine Öffnung…
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Stellungnahme des Bundesverbandes Rind und Schwein zum Antrag des Landes Nordrhein-Westfalen
Die Landesregierung Nordrhein-Westfalen hat einen Entschließungsantrag zur Verbesserung des Tierschutzes beim Transport von Nutztieren in Drittstaaten in den Bundesrat eingebracht. Der Bundesverband Rind und Schwein e.V. (BRS) begrüßt, dass das Bundesland NRW und der Bundesrat sich mit dem Tierschutz beim Export von Rindern in Drittländer auseinandersetzen möchte. Als Fachverband möchten wir daher gerne die eingebrachten Vorschläge kommentieren. Tierschutz beim Export erfordert EU-weite Regelungen und Umsetzungen Den Export von Schlachttieren in Drittländer lehnen wir grundsätzlich ab. Es ist wichtig, klar zwischen Transporten von Schlachttieren und dem Export hochwertiger Zuchttiere zu unterscheiden. Oft wird argumentiert, dass der Export von Rindersperma oder Embryonen ausreiche, um eine hochwertige Zuchtpopulation aufzubauen. Doch hochwertiges Rindersperma allein…
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Lumpy Skin Disease (LSD): BRS informiert zur aktuellen Situation, möglichen rechtlichen Grundlagen und empfohlenen Maßnahmen
Die LSD ist eine durch das Lumpy Skin Disease Virus (LSDV) verursachte, hochansteckende Tierseuche, die ausschließlich Rinder und Wasserbüffel betrifft. Sie gilt im EU-Recht als Kategorie-A-Seuche, was bedeutet, dass sie bekämpfungspflichtig ist und im Seuchenfall umgehend staatliche Maßnahmen einzuleiten sind. Aktuelle veterinärrechtliche Grundlagen EU-Recht: Grundlage für Maßnahmen wird vermutlich die Delegierte Verordnung (EU) 2020/687 bilden, die unter anderem die Einrichtung von Sperrzonen regelt. Nach Einschätzung des BRS ist davon auszugehen, dass bei einem Ausbruch eine Schutzzone mit einem Radius von 20 km sowie eine Überwachungszone von 50 km eingerichtet wird. Innerhalb dieser Zonen greifen strenge Verbringungs- und Handelsverbote für Tiere und bestimmte tierische Erzeugnisse einschließlich Zuchtmaterial. Ausnahmen können von den…
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BRS begrüßt Verschiebung, fordert aber weitere Verbesserungen beim Tierhaltungskennzeichnungsgesetz
Ein Entschließungsantrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, in dem gefordert wurde, die staatliche Tierhaltungskennzeichnungspflicht für frisches Schweinefleisch wie ursprünglich geplant ab dem 1. August 2025 beizubehalten, wurde hingegen abgelehnt. Beschlossen wurde, die Übergangsregelung des § 40 Abs. 2 Tierhaltungskennzeichnungsgesetz um sieben Monate auf den 1. März 2026 zu verlängern, um betroffenen Lebensmittelunternehmern weitere Zeit zur Umsetzung der Vorgaben einzuräumen. Somit ist es weiterhin möglich, kennzeichnungspflichtige Lebensmittel, die vor dem 1. August 2025 in den Verkehr gebracht oder gekennzeichnet wurden und den Anforderungen des neuen Gesetzes nicht entsprechen, bis zum Aufbrauchen der jeweiligen Bestände in den Verkehr zu bringen. Die Bundesregierung soll nun eine „grundsätzliche“ Reform des Tierhaltungskennzeichnungsgesetzes angehen und dazu…
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Biosicherheit in der Tierhaltung: Hobbyhalter tragen Mitverantwortung
Das macht sie zu prädestinierten Pflegern genau dieser Landschaften. Oft sind es kleinere Hobbyhaltungen, die einzelne, selten gewordene Rassen züchten. Da Krankheiten besonders oft von Wildtieren übertragen werden, sind Biosicherheitsmaßnahmen bei der häufig praktizierten Freilandhaltung von Hobbybetrieben besonders wichtig. Maßnahmen wie Umzäunungen, Reinigung und Desinfektion müssen daher von allen Tierhaltungsbetrieben eingehalten werden – unabhängig von deren Bestandsgröße. Darüber hinaus sollten für jeden Betrieb individuelle Biosicherheitsmanagementpläne erstellt werden, in denen Verfahren zur Seuchenprävention beschrieben sind. Leider unterschätzen Hobbyhalter oft das Risiko und setzen die Biosicherheitsmaßnahmen nicht konsequent genug um. Dies stellt ein großes Sicherheitsrisiko dar – nicht nur für den Betrieb selbst. Die aktuelle Tierseuchensituation mit der Afrikanischen Schweinepest (ASP), der…
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Verbändebündnis fordert: Akkreditierung wirtschaftsfreundlich gestalten
In einem nun veröffentlichten Positionspapier machen die Verbände auf strukturelle Defizite bei der Deutschen Akkreditierungsstelle GmbH (DAkkS) aufmerksam. Verbunden damit ist ein dringender Appell an Politik und zuständige Stellen, notwendige Veränderungen mutig anzugehen. Die Leistungen qualifizierter Prüf-, Labor- und Zertifizierungsinstitutionen sind unverzichtbar für die Qualität, Sicherheit und Innovationsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Deutschland, wie die Verbänden betonen. Ohne sie gäbe es kein „Made in Germany“ und keine funktionierende Qualitätsinfrastruktur für Verbraucher, Unternehmen und Behörden. Die Akkreditierung durch die DAkkS sei dabei ein zentrales Instrument: Sie sichert die Kompetenz und Zuverlässigkeit der Konformitätsbewertungsstellen und schafft damit Vertrauen in Produkte und Märkte – national wie international. Doch 15 Jahre nach der Gründung der DAkkS…
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Haltungsformen als neues Sortierungskonzept im LEH
Aldi Süd hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2030 sein Frischfleisch-Sortiment, seine gekühlten Fleisch- und Wurstwaren sowie seine Trinkmilch vollständig auf die Haltungsformen 3, 4 und 5 umzustellen. Nun geht der Discounter einen Schritt weiter und sortiert seine Frischfleischkühlung nach Haltungsform statt nach Tierart. Künftig finden Verbraucher das Fleisch der Haltungsformen 1 und 2 in blauen, das der Haltungsformen 3 und 4 in grünen und die aktuellen Frischfleischangebote in roten Kühltheken. Aldi Süd möchte damit mehr Transparenz schaffen und den Umstieg auf sog. Tierwohlprodukte vorantreiben. Initiativen zur Stärkung höherer Haltungsformen sind zwar begrüßenswert, doch ebenso wichtig ist es, dass konventionell wirtschaftende Betriebe verlässlich in die Entwicklung des Marktes…