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Hat Deutschland ein Problem mit rülpsenden Kühen?
Der Konsum tierischer Produkte steigt weltweit. Die FAO geht davon aus, dass die Nachfrage nach tierischen Lebensmitteln bis zum Jahr 2050 um fast 50 Prozent steigen könnte. Aus Gründen des Klima- und Ressourcenschutzes muss die Erzeugung nachhaltiger gestaltet werden. Schnell werden Forderungen nach Fleisch- und Milchverzicht und einem Abbau der Tierbestände zur Rettung des Weltklimas laut. Dabei werden relevante Fakten jedoch ausgeblendet, diese hat der Bundesverband Rind und Schwein in einem Faktenblatt zusammengestellt. Rinder erzeugen Treibhausgase Es stimmt, dass Wiederkäuer und insbesondere Rinder Emittenten von Methangas sind. Die Rinderhaltung ist für rund 40 Prozent der deutschen Methanemissionen und somit für 2,4 Prozent der deutschen Treibhausgasemissionen verantwortlich. Die Debatte um die…
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Wirtschaft ist unzufrieden mit der Bundesregierung
Die Wirtschaft ist unzufrieden mit der Regierung. In der letzten Woche beschwerten sich 20 Wirtschaftsverbände über die mangelnde Zusammenarbeit mit der Regierung, weil sie zu spät eingebunden würden. Sie kritisierten, dass die Ampel sich damit von demokratischen Prozessen entfernt. Immerhin werden sie eingebunden. Wie dem Bundesverband am Freitag mitgeteilt worden ist, hat das Bundeslandwirtschaftsministerium in der letzten Woche eine Änderung des kritisierten Tierhaltungskennzeichnungsgesetzes erneut zur Notifizierung nach Brüssel geschickt. Hierzu gab es Anfang des Jahres im Bundestag eine Expertenanhörung, die wenig Gutes im Entwurf des Gesetzes fand und Nachbesserungen forderte. Diese hat das Ministerium z.T. aufgegriffen, aber wesentliche Punkte gar nicht angepackt. Dazu zählen die Einbeziehung der Ferkelerzeugung und die…
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Nutztiere als Lebensmittellieferanten oder Nahrungskonkurrenten
Häufig wird behauptet, Getreide könnte sinnvoller genutzt werden, wenn es direkt vom Menschen verzehrt und nicht erst an Nutztiere verfüttert würde („Teller oder Trog“). Es ist die Rede von knapp 60 Prozent des jährlich in Deutschland verwendeten Getreides, das im Futtertrog landet. Ebenso heißt es, die für den Futteranbau verwendeten Agrarflächen sollten vorrangig für die Erzeugung von Getreide und Marktfrüchten für den menschlichen Verzehr genutzt werden. Für die Milch- und Fleischerzeugung würden pflanzliche Produkte verfüttert, die besser für die pflanzenbasierte Ernährung des Menschen genutzt werden könnten. Ohne Nutztiere gäbe es demnach weniger Hunger auf der Welt. Auf den ersten Blick erscheinen diese Behauptungen nachvollziehbar. Sie stimmen aber nur teilweise bzw.…
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Kommunikation auf drei Ebenen – die „Erfolgsgeschichte Tierzucht“
Erfolgsgeschichte Tierzucht – so heißt ein Projekt, das heute vom Bundesverband Rind und Schwein (BRS) mit den Partnern der AFC Consulting Group (AFC) und dem Förderverein Bioökonomieforschung (FBF) in Bonn präsentiert wurde. Anliegen dieser „Erfolgsgeschichte Tierzucht“ ist es, der zuweilen ideologisch und politisch motivierten Kritik an der deutschen Rinder- und Schweinehaltung wissenschaftlich fundiert mit Zahlen, Daten, Fakten auf unterhaltsame Weise zu begegnen. Den teilnehmenden Vertretern der Presse und Medien, aus Wissenschaft und Praxis wie auch Industrie und Handel wurden die Ergebnisse des von Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung geförderten Projektes vorgestellt. In ihrem Eröffnungsvortrag „Die deutsche Tierzucht – Eine Geschichte voller Missverständnisse?!“ verwies Dr. Nora Hammer, BRS-Geschäftsführerin auf die oftmals…
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Aktuelle Herausforderungen in der Landwirtschaft – Ökolandbau als Lösung?
Sie soll einerseits mit begrenzt verfügbaren Nutzflächen den überproportional steigenden Nahrungsmittelbedarf einer wachsenden Weltbevölkerung sichern. Gleichzeitig sollen negativen Wirkungen auf Klima und Umwelt reduziert werden, ohne wirtschaftliche und soziale Kosten für Nahrungsmittel übermäßig zu steigern. Eine Extensivierung ist keine Lösung. Technologieoffenheit und nachhaltige Ausrichtung der gesamten Landwirtschaft muss politisches Ziel sein. Große Teile der Politik, Öffentlichkeit und auch einige Vertreter der Agrarforschung sprechen sich für eine Ausweitung des Ökolandbaus aus, der Nahrungsmittel angeblich umweltschonender erzeugt, aber deutlich niedrigere Ernteerträge erreicht als andere Landbauformen. Dies bedeutet, dass der Ökolandbau für die gleiche Produktionsmenge je nach Region und Ackerfrucht etwa die doppelte Bewirtschaftungsfläche benötigt, um den gegenwärtigen Bedarf zu decken. Gedanken über…
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Hoher Stellenwert von Fitness und Langlebigkeit in der modernen Rinderzucht
Stand heute liegt der Fokus auf einer „balancierten“ Zucht, d.h. neben den Leistungsmerkmalen spielen Gesundheit und Robustheit eine immer größere Rolle. Während bis Mitte der 90er Jahre ausschließlich die Milchleistung bzw. Milch- und Fleischleistung (100 %) züchterisch bearbeitet werden konnte, stehen heute die Fitness und funktionalen Merkmale im Vordergrund. Die Milchleistung hat je nach Rasse nur noch einen Anteil von 36 bis max. 50% in der züchterischen Berücksichtigung. Das Ziel der Rinderzucht ist eine gesunde und langlebige Kuh mit einer ausgeglichenen Leistungsveranlagung. Vor Beginn der modernen Zuchtwertschätzung wurden die Tiere anhand subjektiver Methoden für die Zucht ausgewählt. Körperbau, Milchleistung und die Anzahl gesunder Kälber waren schon damals wichtige Merkmale. Als…
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Landwirtschaft im EU Green Deal: Schaden für Klima und weltweites Naturkapital
Neben handelbaren Emissionsrechten als zentralem Instrument sollen Vorgaben zur Reduzierung der heimischen Emissionen umgesetzt werden. Die Ökolandwirtschaft soll ausgedehnt und der Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln deutlich reduziert werden. So wichtig der Klimaschutz auch ist, die vorgeschlagenen Maßnahmen könnten global betrachtet genau das Gegenteil von dem bewirken, was die EU eigentlich erreichen will. Darauf weist der Agrarökonom Prof. Dr. Harald von Witzke vom Thaer Forum für Agrikultur (TFFA) e. V. und emeritierter Professor für internationalen Agrarhandel und Entwicklung an der Humboldt-Universität zu Berlin hin. Experten kritisieren die Fokussierung des Green Deal auf die Auswirkungen innerhalb der EU. Der Ökolandbau weist ein deutlich geringeres Ertragsniveau als der konventionelle Landbau auf. Dies…
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Fleischgenuss ohne schlechtes Gewissen
Verbände fordern fachliche Einordnung Umweltverbände und Stiftungen, aber auch die Verbraucherpresse zeichnen ein Zerrbild der Tierhaltung und des Fleischverzehrs. Es werden Mythen verbreitet und Klischees bedient, die nichts mit der modernen Tierhaltung in Deutschland zu tun haben oder die sich wissenschaftlich nicht bestätigen lassen. Hierauf weisen der Bundesverband Rind und Schwein, die Brancheninitiative Fokus Fleisch und LAND.SCHAFFT.WERTE. hin. Was bei der Kritik vergessen wird: tierische Lebensmittel sind ein wichtiger Bestandteil einer gesunden Mischkost. Sie schonen Ressourcen und können das Klima sogar entlasten. Zudem gehört die deutsche Tierhaltung zu den effizientesten Branchen im internationalen Vergleich mit geringen Emissionen. Die Fakten Der Unterschied zwischen fossilem und regenerativem Kohlenstoffkreislauf Der Anteil der…
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Gibt es für die Schweinehaltung in Deutschland noch eine sichere Zukunftsperspektive?
Die Verunsicherung unter den Schweinehaltern in Deutschland wächst von Tag zu Tag. Ursache ist die Unklarheit, die alle politischen Ankündigungen, Vorhaben, Regeln und Entscheidungen aus Europa, Bund und Ländern überlagert. Wir alle wollen die besten Bedingungen für unsere Tiere. Aber, ganz gleich, wo wir heute investieren, wir wissen nicht, ob wir morgen damit noch richtig liegen, so fasst Kerstin Fröhlich, stellv. Vorsitzende der Interessengemeinschaft der Schweinehalter in Thüringen (IGS) die derzeitige Lage zusammen. Der 2. Thüringer Schweinegipfel, der am 2. Februar 2023 in Waltershausen stattfinden wird, soll Klarheit schaffen. Im Jahr 2022 haben in Deutschland täglich fünf Schweinehalter ihren Betrieb aufgegeben. Mit den sich ständig verändernden neuen Forderungen an die…
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Tierhaltungskennzeichnungsgesetz: Verbrauchertäuschung mit dem Potenzial eine Branche zu zerschlagen
Der Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft befasste sich am Montag, 16. Januar 2023, mit einem Gesetzentwurf der Bundesregierung für eine verpflichtende Tierhaltungskennzeichnung. Geladen waren sieben Experten, darunter die Geschäftsführerin des Bundesverbandes Rind und Schwein e.V., Dr. Nora Hammer, die die Anhörung so bewertet: „Es ist erfreulich, dass sich alle Experten in einem Punkt einig waren: Der Gesetzesentwurf muss deutlich nachgebessert werden. In den letzten Wochen verdeutlichte sich, dass das Tierhaltungskennzeichnungsgesetz nur ein Baustein der Nutztierstrategie des BMEL ist. Bei der Betrachtung und Bewertung all dieser Vorhaben in ihrer Gesamtheit ist festzustellen, dass künftig sehr einseitig nur noch wenige Betriebe unterstützt werden sollen. Die konventionell wirtschaftende Schweinehaltung wird dagegen von jedweden…