• Finanzen / Bilanzen

    Gehaltszuschlag: Nur für Feiertage am regelmäßigen Arbeitsort

    Am 15. August 2024 ist Mariä Himmelfahrt – ein gesetzlicher Feiertag im Saarland und in den überwiegend katholischen Gemeinden Bayerns. Es stellt sich deshalb die Frage, welche Regelungen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gelten, die in unterschiedlichen Bundesländern arbeiten. Das Bundesarbeitsgericht entschied jetzt, dass die Feiertagsregelung des Bundeslands gilt, in dem die Arbeitnehmer ihren regelmäßigen Beschäftigungsort haben. Das Urteil und dessen Folgen erläutert Ecovis-Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Gunnar Roloff aus Rostock. Der Fall Das Bundesarbeitsgericht (BAG) hatte über die Forderung eines Arbeitnehmers auf Zahlung des Feiertagszuschlags zu entscheiden. Der Kläger war in Nordrhein-Westfalen tätig, absolvierte aber eine mehrtägige Fortbildung in Hessen. In den Zeitraum der Fortbildung fiel Allerheiligen – ein…

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    E-Roller, Bahncard und Co: Neue Pläne der Regierung zur Pauschalbesteuerung von Mobilitätsbudgets

      Was ist das Mobilitätsbudget? Das Mobilitätsbudget ist ein Angebot von Unternehmen für ihre Mitarbeitenden, alternative Verkehrsmitteln für privat veranlasste Reisen zu nutzen. Das Unternehmen stellt dafür einen bestimmten Betrag zur Verfügung, die Mitarbeitenden können die Verkehrsangebote je nach aktuellen Bedürfnissen, Verfügbarkeit und persönlichen Präferenzen flexibel miteinander kombinieren. „Das Mobilitätsbudget ist damit eine gute Alternative zum privaten Auto oder Dienstwagen“, sagt Andreas Islinger Was ist jetzt neu? Im Regierungsentwurf für ein Jahressteuergesetz 2024 wurden die Rahmenbedingungen für ein Mobilitätsbudget definiert und steuerliche Anreize für dessen Nutzung geschaffen. So sollen Unternehmen die Möglichkeit erhalten, den damit verbundenen geldwerten Vorteil für Arbeitnehmende pauschal mit 25 Prozent zu versteuern. Die Regelungen zur Dienstwagenbesteuerung…

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    Vertraglich vereinbarte Tantiemen: Müssen Gesellschafter-Geschäftsführer auch nicht erhaltene Gewinnanteile versteuern?

    Einem beherrschenden Gesellschafter-Geschäftsführer fließen Einnahmen aus Tantiemeforderungen gegen seine Firma schon bei deren Fälligkeit, also zum vereinbarten Termin, zu und nicht erst dann, wenn er die Tantieme wirklich bekommt. Wurden die Tantiemeforderungen aber nicht bilanziert und bei der Feststellung des Jahresabschlusses nicht berücksichtigt, dann waren die Forderungen nicht fällig und sind damit auch nicht zu versteuern. Das entschied der Bundesfinanzhof in einem aktuellen Urteil. Das Urteil erklärt Ecovis-Steuerberater Jonas Gallersdörfer in München. Der vom Gericht zu klärende Sachverhalt In dem Streitfall ging es um einen alleinigen Geschäftsführer und Gesellschafter einer GmbH. Laut seinem Geschäftsführervertrag sollte er für seine Tätigkeit neben einem monatlichen Bruttogehalt einen Monat nach der Feststellung des Jahresabschlusses…

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    Nicht begünstigtes Verwaltungsvermögen: Für ein Parkhaus ist Erbschaftsteuer zu zahlen

    Der Bundesfinanzhof musste sich mit der Frage befassen, ob ein sich im Nachlassvermögen befindliches Parkhaus zum begünstigten oder nicht begünstigten Verwaltungsvermögen zählt, für das dann Erbschaftsteuer zu zahlen ist. Die obersten Richter entschieden, dass der Parkhausbetrieb schädliches Verwaltungsvermögen ist. Die Details der Entscheidung, erklären Nicole Lunowa und Liane Grebe aus unserem Backoffice Steuern Nord in Rostock. Geht Betriebsvermögen auf die nächste Generation über, gewährt das Erbschaftsteuerrecht eine Privilegierung. Hierfür grenzt das Gesetz das begünstigte Vermögen von dem nicht begünstigten – schädlichen – Verwaltungsvermögen ab. In dem vor dem Bundesfinanzhof (BFH) verhandelten Fall wurde entschieden, dass ein Parkhausbetrieb zum nicht begünstigten Verwaltungsvermögen zählt und daher Erbschaftsteuer fällig wird (Urteil vom 28.…

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    Sondertilgung Dritter bei Darlehen: Worauf steuerlich zu achten ist

    Tilgt ein Ehepartner das Darlehen des anderen Partners, sind einige Regeln zu beachten. Sonst kann Schenkungsteuer anfallen. Dieses Problem taucht immer wieder auf und kann für reichlich Ärger sorgen. Wie sich das vermeiden lässt erklärt Steuerberaterin Silke Jaksch in Metzingen. Sachverhalt X+Y sind verheiratet. Die Ehefrau ist Eigentümerin eines Geschäftsgebäudes. Dieses vermietet sie an eine GmbH. Das Gebäude wurde unter anderem mit Bankdarlehen finanziert. Darlehensnehmerin war die Ehefrau. Der Ehemann tätigte regelmäßig Sondertilgungen auf diese Darlehen. Das Geld stammt aus Ausschüttungen der GmbH, bei der der Ehemann alleiniger Gesellschafter ist. Zusätzlich brachte er weiteres Geld von seinem privaten Konto auf das Baukonto der Ehefrau ein. Bislang wurde keine Schenkung angezeigt oder…

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    Warum ESG für den Mittelstand immer wichtiger wird

    Mit wachsender öffentlicher Aufmerksamkeit für Nachhaltigkeit gewinnt die Abkürzung ESG – Environmental, Social, Governance – auch für mittelständische Unternehmen an Bedeutung. ESG-Kriterien sind entscheidend für nachhaltiges Wirtschaften und haben sich als Standard für nachhaltige Anlagen etabliert. Nachfolgend erläutern wir, was ESG bedeutet, wie mittelständische Unternehmen davon profitieren können und welche Herausforderungen es zu meistern gilt. Was bedeutet ESG? Die ESG-Definition umfasst drei Verantwortungsbereiche: Umwelt (Environmental), Soziales (Social) und Unternehmensführung (Governance). Diese Kriterien dienen als Regelwerk, um Nachhaltigkeitsbemühungen zu messen, zu analysieren und zu bewerten. ESG hat sich als Standard für nachhaltige Anlagen etabliert und wird sowohl von Unternehmen für Nachhaltigkeitsstrategien als auch von Rating-Agenturen zur Bewertung der Nachhaltigkeit genutzt. Die…

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    Kündigungsfrist bei Betriebsschließung: Was Unternehmen wissen müssen

    Nicht immer finden Unternehmerinnen und Unternehmer einen Nachfolger für ihren Betrieb und müssen daher schließen. Was in einem solchen Fall arbeitsrechtlich bei den Kündigungsfristen ihrer Beschäftigten zu beachten ist, erklärt Ecovis-Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Gunnar Roloff in Rostock. Kündigung auch bei Unternehmensaufgabe erforderlich Unternehmerinnen und Unternehmer müssen eine Betriebsschließung langfristig planen. Das betrifft auch die Beendigung der bestehenden Arbeitsverhältnisse, denn die Unternehmensaufgabe als solche beendet diese nicht. „In der Praxis haben Unternehmer das oft nicht im Blick“, weiß Ecovis-Rechtsanwalt Gunnar Roloff. „Es ist aber wichtig, dass sie jedes einzelne bestehende Arbeitsverhältnis beenden“, sagt der Experte. Kündigungsfristen bei Betriebsschließung Beim Ablauf der Kündigung gibt es im Falle einer Betriebsschließung keine…

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    Spenden steuerlich absetzen: Was für Nachweise und Höchstbeträge gilt

    Sowohl natürliche Personen als auch Unternehmen können ihre Spenden steuerlich absetzen und somit einen finanziellen Vorteil erhalten. Wichtig ist es, die entsprechenden Nachweise zu führen und die geltenden Höchstbeträge zu beachten. Die Details dazu kennt Ecovis-Steuerberater Florian Regenfelder. Im November 2024 wird in den USA gewählt. Im US-amerikanischen Wahlkampf ist es üblich, dass Bürger hohe Geldbeträge an ihre bevorzugten Parteien und Kandidaten spenden, was den Wahlkampf stark beeinflusst: 2020 waren es mehr als 14,4 Milliarden US-Dollar (rund 13,2 Milliarden Euro) so die Organisation Open Secrets. Was für Parteispenden in Deutschland gilt In Deutschland werden lange keine so großen Summen wie in den USA erreicht, und doch sind Spenden an politische…

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    Bereitschaftsdienst: Steuerfreiheit für Zuschläge

    In vielen Berufen müssen Beschäftigte Bereitschaftsdienste übernehmen. Die Frage nach der Steuerfreiheit für die dafür gezahlten Zuschläge bietet immer wieder Anlass für Diskussionen. Denn die Zuschläge für Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit (SFN) sind steuerfrei. Das aktuelle Urteil des Bundesfinanzhofs klärt einige Fragen.  Wann sind Zuschläge steuerfrei? Damit Zuschläge für Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit (SFN) steuerfrei sind, muss eine tatsächliche Arbeitsleistung vorliegen. Nachtarbeit im Sinne des Steuerrechts ist die Zeit von 20.00 Uhr bis 6.00 Uhr des folgenden Tages, bei Sonn- und Feiertagsarbeit von 0.00 Uhr bis 24.00 Uhr des jeweiligen Tages. Bereitschaftsdienst gilt als Arbeitszeit: Der Arbeitnehmer muss sich an einer vom Arbeitgeber bestimmten Stelle innerhalb oder außerhalb der Praxis oder…

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    Haarwurzeltransplantationen: Wann Ärzte Umsatzsteuer ausweisen müssen

    Millionen von Menschen sind in Deutschland von Alopezie, also Haarausfall, betroffen. Mit dem wachsenden Interesse an ästhetischen Behandlungen, wie Haarwurzeltransplantationen, stellt sich für Ärztinnen und Ärzte die Frage, ob diese Eingriffe von der Umsatzsteuer befreit sind. Ein Urteil zur Besteuerung von Haarwurzeltransplantationen des Finanzgerichts Düsseldorf erklärt Ecovis-Steuerberaterin Theresa Günther in München. Ist Haarausfall eine Krankheit? Ursachen für die in Deutschland weit verbreitete Alopezie – bei Männern etwa 60 bis 80 Prozent, bei Frauen 20 bis 30 Prozent – können unterschiedlicher Natur sein. Sie reichen von Hormonschwankungen, chronischen Belastungen bis hin zu einer erblichen Veranlagung. Die Betroffenen leiden oft schon in jungem Alter an den Folgen des Haarausfalls. Medizinisch gesehen ist…