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Wissenschaftskommunikation im Fokus
Wissenschaftsmuseen, Science-Center, Öffentlichkeitsarbeit: Neue Zuständigkeiten und Plattformen beschränken die Wissenschaftskommunikation längst nicht mehr nur auf das Gebiet des Wissenschaftsjournalismus. Das stellt vor neue Herausforderungen und eröffnet Möglichkeiten, die der Sammelband Intention und Rezeption von Wissenschaftskommunikation auslotet. Der Sammelband nähert sich dem Feld der Wissenschaftskommunikation vor dem Hintergrund intentionaler Kommunikationsziele und ihrer Rezeption. Die AutorInnen wenden ihren Blick zunächst auf die intentionale Seite der Wissenschaftskommunikation. In diesem Rahmen werden etwa die Nutzung wissenschaftlicher Informationen in der strategischen Kommunikation von UmweltaktivistInnen oder auch die Kommunikationsbemühungen privater und öffentlicher Forschungsorganisationen in sozialen Netzwerken wie Facebook untersucht. Der Frage nach der Rezeption von Wissenschaftskommunikation wird in einer Reihe von Beiträgen und Studien nachgegangen, die…
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Eine Festschrift für Rainer Winter
Medienkultur als kritische Gesellschaftsanalyse würdigt das Werk von Rainer Winter, das eine gesellschaftskritische Medien- und Kulturanalyse vertritt. Wichtige Beiträge zu Debatten der Cultural Studies, die Ausgestaltung einer kulturwissenschaftlich informierten Mediensoziologie und ein Blick für die Theorien und Praktiken in Film und Popkultur – das ist nur eine Auswahl der Leistungen und Forschungsfelder des Kulturwissenschaftlers Rainer Winter. In einer umfassenden Festschrift wird die Vielseitigkeit und die gesellschaftskritische Stärke seines Werkes nun aufgenommen und gewürdigt. Medienkultur als kritische Gesellschaftsanalyse steht für einen relationalen Ansatz, der kulturelle und mediale Praktiken als soziale Auseinandersetzungen erforscht. Im Zentrum der Diskussion stehen die sich daraus ergebenden Transformationen sowie ihre interdisziplinäre Verortung an der Schnittstelle zwischen Medien-…
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Corporate Film: Kompakt und praxisnah erklärt
Wie schreibt man ein gut strukturiertes Sachbuch über die Praxis des Unternehmensfilms? Eine Antwort auf diese Frage gibt Peter Benkowitz mit Corporate Film, einem interaktiven, informativen und praxisnahen Workbook zum Filmemachen, das soeben in zweiter, überarbeiteter Auflage erschienen ist. Der Corporate Film boomt: Produkt-, Image- und Werbefilme sind aus der modernen Unternehmenskommunikation nicht mehr wegzudenken. Von der Annahme des Auftrages bis zur Endabnahme gibt es einiges zu beachten: Kundenarbeit, Briefing und Präsentation gehören ebenso zur Produktion von Unternehmensfilmen, wie der fertige Film selbst. Peter Benkowitz gibt mit Corporate Film nun einen kompakten Leitfaden für die Vorbereitung, Realisierung und Betreuung eines Films an die Hand. Neben einer kompetenten Beratung und Anleitung…
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Wir, die Anderen und unsere Bilder
Filme, Werbung, Fotografie, bildende Kunst – überall zirkulieren Bilder, die häufig auch Selbst- bzw. Fremdbilder sind. In Wir und die Anderen wird erörtert, dass über vielfältige Erzeugnisse visueller Kultur nicht nur ein Bild von ›uns‹ vermittelt wird, sondern dass so auch unsere vielfältigen Beziehungen zu denjenigen, die als ›Andere‹ und ›Fremde‹ zu sehen gegeben werden, in Umlauf gesetzt werden. Das Verhältnis von Selbst und Anderem ist in den letzten Jahren zum Gegenstand eines pluralen Forschungsfeldes in Kulturwissenschaften, Philosophie, Literatur- und Bildwissenschaften geworden. Gemeinsam ist ihnen die Annahme, dass keine Form der Identität ohne die Konstituierung eines Anderen denkbar ist. Auch in den prägenden Bildmedien unserer Zeit werden laufend Selbst- und…
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Richtig streiten – wie sich Diskursfähigkeit zurückgewinnen lässt
Die öffentliche Kommunikation in der Krise. In Streitlust und Streitkunst analysieren Experten und Expertinnen, inwieweit wir unter einem Diskursversagen leiden – aber auch, wie wir eine Streitkultur zurückgewinnen können, die der Demokratie aufhilft. Aktuell die Corona-Pandemie, davor die Klimakatastrophe und die Migrationskrise – die öffentliche Diskussion polarisiert sich, sie wird schriller und der Umgangston wird rauer, ja oftmals sogar unerträglich. Die Fähigkeit, im Ton verbindlich, aber in der Sache hart und problemlösungsorientiert Diskurse zu führen, kommt zunehmend abhanden. Auf der Strecke bleibt nicht die Streitlust, wohl aber die Streitkunst, die in der Tradition der Aufklärung nach tragfähigen politischen Kompromissen in unseren Demokratien sucht. In Streitlust und Streitkunst. Diskurs als Essenz…
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Handlungen im Internet – eine kommunikationswissenschaftliche Theorie
Wie können wir menschliches Handeln im Internet verstehen, einschließlich des Handelns ›intelligenter‹ Systeme? Mittels philosophischer und sozialwissenschaftlicher Ansätze bietet How to Do Things with the Internet einen kommunikationswissenschaftlichen Deutungsrahmen. Man hat sich an das Internet so weit gewöhnt, dass man es unaufgeregt nutzt und erforscht. Doch was bedeutet es, online zu handeln? Aufbauend auf dem theoretischen Rahmen der ›sozialen Ontologie‹ des Internets analysiert der Kommunikationswissenschaftler Benjamin Krämer, wie Menschen im Internet, mithilfe des Internets und in Bezug auf das Internet handeln – und wie technische Systeme online ›handeln‹. Dabei klärt er, wie der Handlungsbegriff bezogen auf das Internet zu verstehen ist und wie Handlungen online zugeschrieben werden. Von der Analyse…
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Geschichten, welche Geschichten?
Die tiefsitzende Überzeugung, dass ernstzunehmende Politik mit Vernunft und Argumenten gemacht werde, verhindert die Suche nach anderen Lösungen. Politisches Storytelling zeigt, welche Rollen Geschichten, Erzählungen, Storys und Narrative im Politischen und in der Demokratie haben. Die meisten Politiker glauben, dass man Menschen überzeugen kann, indem man ihnen die besseren Fakten präsentiert und auf deren Basis gut argumentiert. Das mag in Einzelfällen auch klappen, aber nicht in der Masse. Wer sich mit Politik und gesellschaftlicher Meinungsbildung auseinandersetzen will, muss sich auch mit dem Thema ‚Storytelling‘ beschäftigen, sonst kann er einen wesentlichen Teil der Politik weder verstehen noch beeinflussen. Denn Geschichten, Erzählungen, Storys und Narrative sind in gesellschaftlichen und politischen Diskussionen und…
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Die Kontrolle der Presse unter Lenin
Die genaue Betrachtung von Lenins Schriften zeigt, dass die strikte Kontrolle der Presse bereits im 1905 ausformulierten Prinzip der “Parteiliteratur” angelegt ist. Widerlegt wird damit der nicht wenig verbreitete Glaube, die im Staatssozialismus eingeschränkte Pressefreiheit ginge auf Fehlinterpretationen der Lehren Lenins zurück. Das Prinzip der Parteiliteratur sah die strikte Unterordnung der Parteipresse unter die Parteiorganisation vor. Das belegen von und unter Lenin geschaffene Tatsachen wie u.a. die Zerstörung demokratischer Öffentlichkeit in Russland durch die rigorose Unterdrückung Andersdenkender, die bis zum Verbot der gesamten nicht bolschewistischen Presse reichte. Mit solchen Maßnahmen wurden geistige und organisatorische Strukturen geschaffen, aus denen wenige Jahre später der Stalinismus erwachsen konnte. Oft wird behauptet, diese Einschränkungen…
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Der Sportdokumentarfilm im Wandel der Zeit
Von den ersten dokumentarischen Filmaufnahmen hin zu massenmedialen Großereignissen: In „Die Entstehung des Mediensports" wird die facettenreiche Geschichte des Sportdokumentarfilms aus sport-, film- und gesellschaftswissenschaftlicher Perspektive untersucht. Leistungssport und dokumentarische Filmformen pflegen seit jeher ein enges Verwandtschaftsverhältnis. Diesen Zusammenhang unterziehen die Autor*innen Dietrich Leder, Jörg-Uwe Nieland und Daniela Schaaf einer systematischen Analyse, indem sie die Entwicklung dokumentarischer Formen der Darstellung des Leistungssports – zusammengefasst unter dem Begriff des Sportdokumentarfilms – betrachten. In Die Entstehung des Mediensports werden zunächst die Grundlagen und Zugänge für die Analyse von Sportdokumentarfilmen vermittelt. Nach einer historischen Darstellung der Entstehung des modernen Wettkampfsports aus dem Blickwinkel der Sportwissenschaft, widmen sich die Autor*innen der Geschichte des Dokumentarfilms aus…
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Die Berliner Publizistikwissenschaft nach 1968
Wie hat sich die Westberliner Publizistikwissenschaft an der Freien Universität Berlin nach der Studentenbewegung entwickelt? "Regierungszeit des Mittelbaus" liefert interessante Einblicke (nicht nur) für Kommunikations- und Sozialwissenschaftler*innen. Was ist aus dem Potenzial gesellschaftskritischer Perspektiven, das mit der Studentenbewegung in der Westberliner Publizistikwissenschaft entstanden war, nach ‚1968‘ geworden? Wie haben sich Lehre, Forschung und akademische Selbstverwaltung verändert? Welchen Anteil hatten Politik, Universität und Mediensystem, aber auch individuelle Protagonisten und organisierte Gruppen zu Beginn und Ende einer etwa zwanzigjährigen Phase, die die Berliner Fachentwicklung von anderen Standorten unterscheidet? Der Band „Regierungszeit des Mittelbaus“? Annäherungen an die Berliner Publizistikwissenschaft nach der Studentenbewegung nimmt diese Fragen in biografischen Interviews und fachgeschichtlichen Aufsätzen in den…