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Eine „Philosophie der Zukunft“
Im Talheimer Verlag erscheint die zwölfbändige Werkausgabe des Tübinger Philosophen Helmut Fahrenbach. Der Autor plädiert für eine „Philosophie der Zukunft“. Während sich ein wachsender Teil der akademischen Philosophie dem Drittmittelmarkt hingibt, um als „Analytische Philosophie“ an den Fördermitteln für die „Industrie 4.0“ oder für die sogenannte „Künstliche Intelligenz“ zu partizipieren, um „posthumanistischen“ „Utilitarismus“ zu pflegen, bleibt ein kritischer Kopf der politischen Philosophie seiner schon immer praktizierten Eigenständigkeit und Autonomie treu. In diesem Jahr wird der Tübinger Philosoph Prof. Dr. Helmut Fahrenbach seinen 94. Geburtstag begehen. Er gehört zu den kompetentesten Kennern der Blochschen Philosophie und zugleich zu jenen, die Blochs Ansatz verstärken und diesem zugleich auf seine würdigende Weise kritisch…
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Zum Tod der Kämpferin für Frauenrechte Heidi Crämer
Mit Trauer nimmt der Talheimer Verlag Abschied von seiner Autorin Heidi Crämer. Die am 5. November 1936 geborene Kämpferin für Frauenrechte und Aktivistin der Friedensbewegung starb am 24. August 2022. „Kämpfen, wenn es sein muss“ – so lautete eines ihrer Lebensmotive. Sie protestierte in Mutlangen gegen die Atomrüstung, war Ärztin und wirkte politisch im Kreistag. Mit spitzem Humor veröffentlichte sie im Talheimer Verlag 1999 ihr politisches Tagebuch unter dem Titel „,Mann und Frau sind vor dem Gesetz gleich‘ – aber nicht vor öffentlichen Toiletten. Feministische und andere Eindrücke vom Leben“. Über zwei Jahrzehnte führte sie ihre politisch-privaten Notizen mit weiblichem Blick auf die öffentliche Politik und gesellschaftliche Hindernisse. Heidi Crämer…
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Aus dem Briefwechsel zwischen Dutschkes und Blochs
Vierte Online-Lesung in der Reihe „Kristalle der Hoffnungen“ am Mittwoch 27. April 2022 von 18.00 Uhr bis 19.30 Uhr „Ernst und ich identifizierten uns mit der rebellischen Jugend“ (Karola Bloch) Irene Scherer und Welf Schröter lesen aus „,Lieber Genosse Bloch …‘ – Briefe von Rudi Dutschke, Gretchen Dutschke-Klotz und Karola Bloch 1968–1979“ Dieser Briefwechsel eröffnet den Blick auf eine ganz ungewöhnliche Freundschaft zwischen Personen unterschiedlicher Generationen. Der marxistische Philosoph Ernst Bloch (geboren 1885) und die Polin, Architektin und Sozialistin Karola Bloch (geboren 1905) finden unter anderem über Briefe Kontakt zu dem fast um ein halbes Jahrhundert jüngeren Rebellen Rudi Dutschke (geboren 1940), einem der bekanntesten Köpfe der Studentenbewegung von 1968.…
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Zum Tode des Philosophen und früheren Assistenten Ernst Blochs Burghart Schmidt
Wie erst jetzt bekannt wurde, ist am 13. Februar 2022 der Philosoph und Professor für Sprache und Ästhetik Prof. Dr. Burghart Schmidt im Alter von 79 Jahren in Österreich gestorben. Der Talheimer Verlag trauert um einen außergewöhnlich belesenen und wissensreichen Autor. Er studierte und promovierte im Fach Philosophie an der Universität Tübingen. An der Uni Hannover habilitierte er sich. Er lehrte in Wuppertal, Hannover, Wien und Offenbach. Burghart Schmidt wirkte als Assistent Ernst Blochs und unterstützte Karola und Ernst Bloch bei der Edition der Blochschen Werkgesamtausgabe im Suhrkamp Verlag. Zwischen 1994 und 2008 publizierte er – neben seinen zahlreichen akademischen Fachveröffentlichungen – mehrfach als Autor in den Buch-Reihen „Bloch-Almanach“ und…
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„Es gibt wenige Menschen, denen ich so viel verdanke“ – Inge Jens über den Literaturkenner Hans Mayer
Einladung zur Teilnahme an der kostenfreien Online-Lesung in der Reihe „Kristalle der Hoffnungen“: In Erinnerung an Inge Jens am 11. Februar 2022, am Tag ihres 95. Geburtstages „Es gibt wenige Menschen, denen ich so viel verdanke“ – Inge Jens über Hans Mayer – Es lesen Irene Scherer und Welf Schröter. Mit einer Einführung von Heinrich Bleicher, Vorsitzender der Hans-Mayer-Gesellschaft. Zweite Online-Lesung in der Reihe „Kristalle der Hoffnungen“ am Freitag 11. Februar 2022 von 18.00 Uhr bis 19.30 Uhr Inge Jens, Ehrenmitglied der Hans-Mayer-Gesellschaft, hatte in den letzten zwei Jahren an dem Entstehen einer biografisch-politischen sowie literarisch-fachlichen Annäherung an Hans Mayer mitgewirkt. In einem ausführlichen Interview schildert sie ihre Sicht auf…
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Kristalle der Hoffnungen
Einladung zu fünf Online-Lesungen der Reihe Kristalle der Hoffnungen Veranstaltet von der Buchzeitschrift „Latenz“ (Mössingen) und der Redaktion des „bloch-akademie-newsletters“ (Mössingen) – unterstützt von der Hans-Mayer-Gesellschaft e.V. (Köln), von der Louise-Otto-Peters-Gesellschaft e.V. (Leipzig), vom Projekt „Frauen machen Geschichte. Leipziger Frauenporträts online“ (Leipzig), von zeitraumort.de (Leipzig) und vom Talheimer Verlag (Mössingen. Die Fähigkeit zu hoffen, stellt eine wesentliche Lebensbedingung des Menschen dar. Das Hoffen spiegelt nicht nur die persönliche und private Sehnsucht. Hoffnungen müssen auch enttäuscht werden, um lernen zu können. Die solcherart „belehrte Hoffnung“ eröffnet den Weg zur Humanisierung des Menschen. Hoffnungen des einzelnen Menschen können Realität werden, wenn sie sich zu gemeinsamen gesellschaftlichen Hoffnungen auf Wandel entwickeln. „Kristalle der…
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In ihrer letzten Veröffentlichung vor ihrem Tod würdigt Inge Jens den großen Literaturkenner Hans Mayer
Im Talheimer Verlag ist im Dezember der Band „Der unbequeme Aufklärer – Gespräche über Hans Mayer“ mit dem Beitrag von Inge Jens „Es gibt wenige Menschen, denen ich so viel verdanke“ erschienen – Der Talheimer Verlag trauert um eine besondere Autorin Mit großer Trauer reagiert der Talheimer Verlag auf den Tod von Inge Jens. „Wir schätzten sie als Autorin für ihre außergewöhnliche Kompetenz, ihre politisch solidarische Haltung und für ihr ungewöhnlich umfangreiches literarisches Wissen“, betonen Irene Scherer und Welf Schröter vom Talheimer Verlag in Mössingen. Inge Jens, Ehrenmitglied der Hans-Mayer-Gesellschaft, hatte in den letzten zwei Jahren an dem Entstehen einer biografisch-politischen sowie literarisch-fachlichen Annäherung an Hans Mayer mitgewirkt. In einem…
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Zum Ausklang der bundesdeutschen Initiative „1700 Jahre Jüdisches Leben“
Die bundesweite Initiative "1700 Jahre Jüdisches Leben" nähert sich dem Ende. Der Talheimer Verlag präsentiert zum Ausklang eine Neuerscheinung über zwei besondere Denker, die aus der jüdischen Kultur kommen: Die Philosophen Ernst Bloch und Baruch de Spinoza. Wie hat der Ketzer Ernst Bloch den Ketzer Spinoza rezipiert? Was ist aktuell an beiden Verfassern philosophischer Abhandlungen? Warum wurden beide Autoren bekämpft und ausgeschlossen? Auf welche jüdische Traditionen und Bücher stützen sich die Ideen dieser sehr aktuellen Ketzer? Die Beiträge und Forschungsergebnisse folgen gemeinsam einem Ziel: Die Erhellung – im Rahmen einer globalen Würdigung von Ernst Blochs Leipziger Vorlesungen zur Geschichte der Philosophie – des Bezugs des Autors des Prinzip Hoffnung zu…
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Wie der Ketzer Ernst Bloch den Ketzer Spinoza rezipierte
Das neue philosophische und religionskritische von Arno Münster herausgegebene Buch „Ernst Bloch und Spinoza“ erscheint im zeitlichen Zusammenhang mit dem öffentlichen Dialog zu „1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland“. Er erinnert an zwei philosophische Ketzer und Häretiker: Ernst Bloch und Baruch de Spinoza. Zwei Dissidenten, die dogmatischen Vorgaben nicht folgen wollten. Der aus einer jüdischen Familie stammende Bloch übte 1956 von der Leipziger Universität aus Kritik an der Politik der SED. Er bekam Hausverbot, Rede- und Publikationsverbot. Spinoza wandte sich gegen dogmatische Regeln der jüdischen Gemeinde von Amsterdam und wurde im Jahr 1656 ausgeschlossen. Als Ernst Bloch dreihundert Jahre später Spinozas Denken in seine „Leipziger Vorlesungen zur Geschichte der Philosophie“…
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Buch-Neuerscheinung: „Widerstand ist nichts als Hoffnung“
Eine Neu-Erscheinung aus dem Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller greift die literarisch-politische Bearbeitung des Widerstandsmotivs auf und folgt dem Gedanken der Hoffnung. Eine stattliche Zahl von Schreibenden nähert sich den Themen zum einen über Biografien wie Jorge Semprún, René Char, Ricarda Huch oder Ingeborg Bachmann. Zum anderen nehmen sie historische Zusammenhänge auf wie den Widerstand gegen Hitler, den jüdischen Widerstand, den Mössinger Generalstreik oder den Bergarbeiterstreik in England. Der Essay mit dem Titel „,Sonst ist es fein still auf dem schneebedeckten Brachland Pachulkistans‘ – Widerstehen durch die Mauer hindurch. Der deutsch-deutsche Briefwechsel von Johanna & Jürgen Teller (Leipzig) mit Ernst & Karola Bloch (Tübingen). Zum 20. Todestag von Jürgen Teller“…