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Entdeckung: Der französische Denker Michel Foucault findet Zugang zu Ernst Bloch
Die neue Ausgabe der Buchzeitschrift „Latenz“ präsentiert eine bemerkenswerte Überraschung: Die besondere Entdeckung stellt die Ausarbeitung „Der Wille zur Revolution. Foucaults Reise in den Iran im Licht seiner vorherigen Bloch-Lektüre“ des Philosophen und Journalisten Mathias Richter dar. Richter beschreibt einen Positionswechsel im Denken Foucaults. Der französische Philosoph Foucault wollte die Ereignisse der iranischen Revolution gegen das Schah-Regime vor Ort kennenlernen. Um die Bedeutung der Religion für das Bewusstsein der Menschen besser erfassen zu können, stützte er sich bei der Einschätzung der Kraft des Religiösen auf die Darstellungen Blochs im "Prinzip Hoffnung". Warum wandte sich der französische Denker Michel Foucault bei seiner Abneigung gegen Blochs Philosophie dennoch dessen Werk zu? Mathias…
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Besonderheit: Buchzeitschrift „Latenz“ präsentiert die Rekonstruktion einer Vorlesung des Philosophen Ernst Bloch
Für die internationale Bloch-Forschung präsentiert die „Latenz“ eine außergewöhnliche Besonderheit. In der Reihe der „Leipziger Vorlesungen“ von Ernst Bloch gilt die Darstellung der Gnosis als verloren. Nun hat der Philosoph und Theologe Matthias Mayer handschriftliche Aufzeichnungen des damaligen Bloch-Studenten Günther Rudolph über die „Gnosis-Vorlesung“ gefunden und zusammen mit Irina Rückert rekonstruiert. Unter dem Titel „,Dialektische Paarbildung‘. Zur Rekonstruktion der verschollenen ,Gnosis-Vorlesung‘ Ernst Blochs“ führen Mayer und Rückert in die Aufschriebe ein und stellen Verbindungen zum Gesamtwerk Blochs wie auch zum Denken von Jürgen Habermas her: „Die antike Lehre der Gnosis ist nach Jürgen Habermas vor allem als Versuch der christlichen Theologie zu betrachten, einer ,doppelte[n] Reflexion‘ sich zu stellen, d.h.…
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Zur Frankfurter Buchmesse: Beiträge über die Zukunft des Liberalismus
Die fünfte Ausgabe der Buchzeitschrift "Latenz" widmet ihre Beiträge der Zukunft des Liberalismus. Hat er in Europa weiterhin Chancen oder wird er von autoritären Regierungsmodellen verdrängt? Was ist wichtig an liberalem Denken und wo sind dessen innere Grenzen? Für die Zukunft unserer Gesellschaft und für die Zukunft Europas sind dies elementare Fragen. Autoren aus unterschiedlichen Fachdisziplinen stellen Antworten vor, die wiederum zum Nachdenken Anlass geben. Das vielerorts positiv verstandene Modell eines politischen, wirtschaftlichen und sozialen Liberalismus „westlicher“ Prägung ist in der Krise. Sein nach den Revolutionen von 1989 in Osteuropa und nach dem „Kalten Krieg“ einsetzender weltweiter Siegeszug ist an ein Ende gekommen. Mehr als 30 Jahre nach den Versprechen…
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Braucht unsere Gesellschaft eine erweiterte Ethik?
Anlässlich der internationalen Frankfurter Buchmesse 2021 präsentiert der Talheimer Verlag die Neuerscheinung des 92-jährigen Tübinger Philosophen Helmut Fahrenbach. Sein Buch mit dem Titel "Philosophische Anthropologie – Gesellschaftstheorie – Ethik" basiert auf dem Denken von Kant, Löwith, Jaspers, Marx und Bloch. In seinem neuen Werk geht er auf das Denken von Kierkegaard, Sartre sowie kritisch auf Heidegger ein. Fahrenbach erweitert die existenzphilosophische Ethik um den Impuls einer "praktischen Philosophie". „Die sachliche Relevanz der Existenzphilosophie für die Ethik zeigt sich vor allem im Hinblick auf den Zusammenhang von philosophischer Anthropologie und Ethik und dessen zentraler Stellung im Rahmen einer erforderlichen ,praktischen Philosophie‘. Der dafür geleistete existenzphilosophische Beitrag kann weder von der gegenwärtigen…
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Neuerscheinung: Ist der Liberalismus am Ende?
Mit diesem Titel erschien jüngst die neue Ausgabe der Buchzeitschrift „Latenz“, aus der das Herausgeberteam Irene Scherer und Welf Schröter vom Talheimer Verlag auf dem „Tübinger Bücherfest 2021“ am Samstag 25. September 2021 lesen werden. Die „Latenz 05/2021“ bringt widersprüchliche Antworten aus unterschiedlichen Perspektiven dem zuhörenden Publikum nahe. Dazu gehören Sichtweisen aus philosophischer, politologischer, psychologischer und medienpolitischer wie literarischer Sicht. Wer „Latenz“ liest, ist bald nicht mehr seiner eigenen alten Meinung. In diesem „Journal für Philosophie und Gesellschaft, Arbeit und Technik, Kunst und Kultur“ wird zum kritischen Denken und Nachdenken angeregt. Die „Latenz“ will das unabgegoltene Ideal der Aufklärung des Menschen hochhalten. Wer lesen kann, kann sprechen. Wer Bücher liebt,…
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Verteidigung der Demokratie – Kritik am Liberalismus
Ist der Liberalismus am Ende? – Auf diese vor der Bundestagswahl aktuelle Frage gibt ein interdisziplinärer Autorenkreis pointierte Antworten. Die neue Ausgabe 05|2021 der Buchzeitschrift "Latenz" – Journal für Philosophie und Gesellschaft, Arbeit und Technik, Kunst und Kultur will die Demokratie verteidigen und zugleich auf die inneren Widersprüche des Liberalismus eingehen. Die Sammlung von Beiträgen unterstreicht das Bürgerrechtspotenzial liberalen Denkens und übt Kritik an einseitiger Marktliberalität. Das vielerorts positiv verstandene Modell eines politischen, wirtschaftlichen und sozialen Liberalismus „westlicher“ Prägung ist in der Krise. Sein nach den Revolutionen von 1989 in Osteuropa und nach dem „Kalten Krieg“ einsetzender weltweiter Siegeszug ist an ein Ende gekommen. Mehr als 30 Jahre nach den…
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Ist der Liberalismus am Ende?
Ist der Liberalismus am Ende? – Auf diese Frage will die neue Ausgabe der Buchzeitschrift Latenz 05/2021 Journal für Philosophie und Gesellschaft, Arbeit und Technik, Kunst und Kultur herausfordernde Antworten geben. Aus gesellschaftspolitischer und fachlicher Perspektive äußern sich Fachvertreter*innen aus Politik, Philosophie, Psychologie und Literaturwissenschaft. Das vielerorts positiv verstandene Modell eines politischen, wirtschaftlichen und sozialen Liberalismus „westlicher“ Prägung ist in der Krise. Sein nach den Revolutionen von 1989 in Osteuropa und nach dem „Kalten Krieg“ einsetzender weltweiter Siegeszug ist an ein Ende gekommen. Mehr als 30 Jahre nach den Versprechen von Freiheit und Wohlstand sind die damit verbundenen Hoffnungen vor allem in den postsowjetischen Gesellschaften und lateinamerikanischen Ländern einer politischen…
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In Erinnerung an den Philosophen Jan Robert Bloch
. „Kristalle der Hoffnung – Kristalle der Utopie“ In Erinnerung an den Naturwissenschaftler, „Umweltbildner“ und Philosophen Jan Robert Bloch (1937–2010) Einladung zur Online-Veranstaltungsreihe in Zusammenarbeit mit der Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg und dem „Forum Soziale Technikgestaltung“ beim DGB Baden-Württemberg in der Tradition seiner Veranstaltungsfolge „Arbeitswelt trifft Philosophie – Philosophie trifft Arbeitswelt“ – unterstützt vom Netzwerk „Sozialer Zusammenhalt in digitaler Lebenswelt“ sowie von der Buchzeitschrift „Latenz“ im Talheimer Verlag – anlässlich des dreißigjährigen Bestehens des „Forum Soziale Technikgestaltung“ (1991–2021). Dienstag 23. Februar 2021 von 18.00 Uhr bis 19.30 Uhr. Zum Vermächtnis von Jan Robert Bloch: Vierzig Jahre „Natur und Arbeit. Zur Bestimmung ihrer Vermittlung". Politische Online-Vorlesung von Prof. em. Dr. György…
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Buch-Neuerscheinung: „Widerstand ist nichts als Hoffnung“
Autorinnen und Autoren aus dem Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS) sowie Schreibende aus der Bildungs- und Gewerkschaftsarbeit in Europa haben sich in Sprache und Schrift dem Thema „Widerstand“ genähert. Wie wurde Widerstand in der Literatur dargestellt? Wann ist Widerstand notwendig und legitim? Wie zeigte sich Widerstand gegen den Nationalsozialismus? Was bedeutet Widerstand heute? Der Jurist Fritz Bauer (1903–1968) fasste Widerstand auf seine Weise: „Widerstand ist Kritik und Opposition in Rede und Schrift, Widerstand war und ist der Streik. Die Plebejer streikten, Ghandi schuf eine Bewegung des bürgerlichen Ungehorsams, und die Schwarzen der Südstaaten der USA folgen Ghandi und seinem Nachfolger Martin Luther King. Emigration aus dem Land einer Tyrannei…
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Technikwandel und Volksparteien
Wer sich heute nüchtern und fernab von Marketing-Parolen mit den strukturellen Problemen der digitalen Transformationen von Unternehmen und Arbeitswelten befasst, wird bei seriöser Erörterung schnell zu dem Schluss kommen, dass nicht unwesentliche Teile heutiger Hemmnisse auf unzureichendes politisches Handeln in den achtziger und neunziger Jahren zurückzuführen sind. Die heutigen Missstände auf den Gebieten der digitalen Infrastrukturen, der Internet Governance und der digitalen Industriepolitiken haben ihre Ursachen vor allem im Nicht-Handeln zurückliegender Politik-Generationen. Die mehrfachen parteipolitischen Blockaden auf Landes- und Bundesebene in der Telekommunikations-, Technologie- und Industriepolitik des letzten Jahrhunderts sind für wirt-schaftliche Standortverluste, industrielle Abwanderungen und Fehlinvestitionen wesentlich mitverantwortlich. Dieter Klumpps akribische Aufarbeitung analysiert die in den siebziger, achtziger und…