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Wirkmechanismus von Antidepressiva aufgeklärt
Wissenschaftler*innnen des Universitätsklinikums Freiburg haben gemeinsam mit internationalen Kolleg*innen nachgewiesen, dass Antidepressiva bei Nervenzellen an einer bislang unbekannten Stelle andocken und so ihre stimmungsaufhellende Wirkung entfalten. Indem sie auf den Nervenzellen an den Rezeptor des sogenannten Brain derived neurotrophic Factor (BDNF) binden, kommt es zu einer verbesserten Aktivität in Hirnregionen, die bei depressiven Patienten beeinträchtigt sind. Die Wirkweise war besonders gut, wenn der Cholesterinspiegel im Blut normal war. Die Erkenntnisse ermöglichen nun die gezielte Suche nach Wirkstoffen, die an den BDNF-Rezeptor binden. Die Studie erschien am 18. Februar 2021 im renommierten Fachmagazin Cell. „Mit dem BDNF-Rezeptor als Andockstelle können wir erstmals direkt erklären, wie Antidepressiva wirken und warum es so…
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Freiburger Forscher mit Deutschem Krebspreis 2021 ausgezeichnet
Für seine herausragende Arbeit in der Krebsmedizin erhält Prof. Dr. Robert Zeiser, Leiter der Abteilung für Tumorimmunologie und Immunregulation der Klinik für Innere Medizin I am Universitätsklinikum Freiburg gemeinsam mit Prof. Dr. Nikolas von Bubnoff der Universität Lübeck den Deutschen Krebspreis 2021 in der Sparte Translationale Forschung. Das gab die Deutsche Krebsgesellschaft am 3. Februar 2021 bekannt, die den Preis gemeinsam mit der Deutschen Krebsstiftung verleiht. Gewürdigt wird Zeisers und von Bubnoffs Forschung, die wesentlich dazu beiträgt, dass schwere Komplikationen nach einer Stammzelltransplantation besser kontrolliert werden können. Die Preisverleihung findet im Sommer statt. „Der Krebspreis ist eine großartige Anerkennung für unsere Forschung. Die von uns entwickelte Therapie macht Stammzelltransplantationen sicherer.…
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Herzzellen erfrischen ihr Zellmilieu durch Saug-Pump-Bewegung
Bei jedem Herzschlag werden geladene Teilchen aus der Muskelzelle heraus- und andere hineingepumpt. Wie diese Ionen-Verteilung nur Bruchteile einer Sekunde später – vor dem nächsten Herzschlag – wieder in ihren Ursprungszustand zurückversetzt wird, war bislang ein Rätsel. Genau das konnten nun Wissenschaftler*innen des Universitäts-Herzzentrums Freiburg · Bad Krozingen gemeinsam mit italienischen und US-amerikanischen Kollegen erkunden. Dafür untersuchten sie das sogenannte Transversal-Tubuli-System. Dieses verzweigte mikroskopische Röhrensystem durchzieht Herzzellen, und es ist mit Flüssigkeit aus dem Zellzwischenraum gefüllt. Die Forschenden zeigten nun, dass dieses Netz pro Herzschlag zwei Mal gequetscht wird. Dadurch kommt es deutlich schneller als ohne diesen Vorgang zu einer gleichmäßigen Teilchen-Verteilung im Röhreninhalt und damit zu einer beschleunigten Erholung…
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Schlaf für Erholung des Gehirns unersetzlich
Schlaf ist im Tierreich allgegenwärtig und lebensnotwendig. Auch seine Bedeutung für die Verstetigung und Verstärkung von Leistungen des Gehirns ist seit langem bekannt. Strittig war bislang allerdings, ob dies vor allem darauf zurückzuführen ist, dass das Gehirn im Schlaf keine neuen Reize verarbeiten muss oder ob aktive neuronale Prozesse unwichtige Informationen und Verbindungen im Gehirn schwächen. Nun ist es Forscher*innen des Universitätsklinikums Freiburg gelungen nachzuweisen, dass Schlaf für die Verbesserung kognitiver Fähigkeiten mehr ist als die Abwesenheit äußerer Reize. Die Erkenntnisse, die am 6. Januar 2021 im Fachmagazin Sleep erschienen sind, geben wichtige Hinweise für die Planung intensiver Lernphasen wie das Abitur oder Prüfungsabschlüsse. „Schlaf ist für die Erholung des…
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Dauerhaft vernarbt: Chronische Hepatitis C-Infektionen hinterlassen Spuren auf Immunzellen
Rund 70 Millionen Menschen sind weltweit von einer chronischen Infektion mit Hepatitis C betroffen, schätzt die Weltgesundheitsorganisation WHO. Dank hochwirksamer, direkt antiviral wirksamer Substanzen ist die Erkrankung mittlerweile heilbar. Bisher war jedoch unklar, ob sich auch die körpereigene Immunantwort nach erfolgreicher Therapie wieder erholt. Nun konnten Forscher*innen des Universitätsklinikums Freiburg in Zusammenarbeit mit der Berliner Charité zeigen, dass in Killer-T-Zellen Narben zurückbleiben. Dies erlaubt Rückschlüsse auf die Wirkweise der Killer-T-Zellen bei Re-Infektionen mit Hepatitis C sowie weiteren chronischen Erkrankungen. Veröffentlicht wurden die Forschungsergebnisse am Montag, 4. Januar 2021 in der Online-Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift Nature Immunology. Nobelpreiswürdiger Therapieansatz zeigt Wirkung Bei rund 70 Prozent aller Infizierten versagt die virus-spezifische Immunantwort…
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Online-Vortrag: Von Hepatitis bis Corona – Wie das Immunsystem virusinfizierte Zellen bekämpft
Sie ist in der aktuellen Lage eine zentrale Stimme der Wissenschaft: Die Leopoldina – Nationale Akademie der Wissenschaften gilt als älteste dauerhaft existierende naturforschende Akademie der Welt. Nach einer Corona-Pause startet jetzt wieder die Vortragsreihe „Eine Stunde Spitzenforschung“ des Universitätsklinikums Freiburg und der Medizinischen Fakultät der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, in der Leopoldina-Mitglieder Einblicke in ihre Forschung geben. Den Auftakt im Jahr 2021 macht Prof. Dr. Robert Thimme, Ärztlicher Direktor der Klinik für Innere Medizin II am Universitätsklinikum Freiburg, mit einem Vortrag zum Thema „Von Hepatitis bis Corona – Wie das Immunsystem virusinfizierte Zellen bekämpft“. In seinem Vortrag gibt er Einblicke in die Erforschung viraler Infektionen und ihrer Immunantworten. Dabei erläutert er…
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Computeralgorithmus erlaubt präzisere Brustchirurgie
Forscher des Universitätsklinikums Freiburg haben ein neues Verfahren entwickelt, mit dem das Brustvolumen vor einer Operation besser als bisher ermittelt werden kann / Methode ermöglicht natürlicheres Ergebnis nach Brustkrebs-OP Bei Patientinnen, bei denen aufgrund von Brustkrebs ein Teil oder das gesamte Brustgewebe entfernt werden musste, stellt der plastisch-chirurgische Wiederaufbau der Brust einen integralen Bestandteil der Behandlung dar. Um ein möglichst natürliches Aussehen zu erreichen, sollte sich das Volumen der gesunden und der rekonstruierten Brust möglichst gleichen. Nun haben Ärzte des Universitätsklinikums Freiburg ein neues Computermodell entwickelt, mit dem das Volumen der Brüste wesentlich präziser als bisher ermittelt werden kann. Dadurch können die Ärzte die Operation besser planen, der Eingriff dauert…
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NAKO-Studie zeigt psychosoziale Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf
Eine COVID-19-Befragung der NAKO-Teilnehmer*innen im Mai zeigt, dass sich das neuartige Virus und seine Gegenmaßnahmen auf die allgemeine und die psychische Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland ausgewirkt haben. Zu verzeichnen ist eine signifikante Zunahme von depressiven und Angstsymptomen sowie Stress. Welche Auswirkungen haben Infektionen mit dem Corona-Virus SARS-CoV-2 und die Schutzmaßnahmen auf die Menschen in Deutschland? Diese Fragen beantwortet eine Sonderbefragung der NAKO-Gesundheitsstudie (NAKO) unter ihren rund 205.000 Teilnehmer*innen. 159.562 Individuen haben sich an der Sonder-Befragung während des Lockdowns im Frühjahr 2020 beteiligt. Die in den ersten vier Wochen im Mai eingegangenen 113.928 Rückantworten bilden den Schwerpunkt einer ersten Auswertung der Daten. Diese wurden am 25. November 2020 im Deutschen…
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Auf Hirn und Nieren: Zwei Sonderforschungsbereiche bewilligt
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat am 26. November 2020 die Förderung eines neuen und eines bereits bestehenden Sonderforschungsbereichs (SFB) unter Leitung des Universitätsklinikums Freiburg bekannt gegeben. Neu bewilligt wurde der SFB 1453 „Nephrogenetik (NephGen)”, in dem Ärzt*innen und Wissenschaftler*innen anhand genetischer Informationen nach Mechanismen für Nierenerkrankungen suchen. NephGen erhält für die kommenden vier Jahre 13,5 Millionen Euro. Für weitere vier Jahre gefördert wird der Sonderforschungsbereich/Transregio 167 „Entwicklung, Funktion und Potenzial von myeloiden Zellen im zentralen Nervensystem“ (NeuroMac), in dem die Immunzellen des menschlichen Gehirns untersucht werden. Hierfür werden rund 10,6 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Wissenschaftler*innen des Universitätsklinikums Freiburg sind an ingesamt elf Sonderforschungsbereichen und Transregios beteiligt, in sechs davon…
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Freiburger Mediziner gehören zu den meistzitierten Wissenschaftler*innen
. – Sechs Forscher des Universitätsklinikums Freiburg und des Universitäts-Herzzentrums Freiburg · Bad Krozingen wurden weltweit mit am häufigsten zitiert – Auswertung der Forschungsdatenbank „Web of Science“ Wie bedeutend eine wissenschaftliche Publikation ist, kann unter anderem daran gemessen werden, wie häufig sie von anderen Forscher*innen zitiert wird. Das nun veröffentlichte Ranking „Highly Cited Researchers“ der Forschungsdatenbank „Web of Science“ listet die rund 6.000 meistzitierten Wissenschaftler*innen in 21 Fachgebieten auf und berücksichtigt Veröffentlichungen von 2009 bis 2019. Zum einen Prozent der am häufigsten zitierten Forscher*innen weltweit in der Kategorie „Klinische Medizin“ gehören in diesem Jahr gleich sechs Freiburger Mediziner. „Wir schätzen uns glücklich, dass so viele leistungsstarke und in der medizinischen…