• Gesundheit & Medizin

    Freiburger Forschungsgruppe spürt bakterielle Übertragungsketten auf

    Die Freiburger Biologin Dr. Sandra Reuter baut am Institut für Infektionsprävention und Krankenhaushygiene des Universitätsklinikums Freiburg eine Nachwuchsforschungsgruppe auf und wird dafür vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit rund zwei Millionen Euro gefördert. Die Förderdauer beträgt gut vier Jahre mit der Option auf eine maximal vierjährige Verlängerung. Reuter ist seit 2016 am Universitätsklinikum Freiburg tätig und erforscht in dem Projekt „TAPIR – Tracking Acquisition of Pathogens In Real-time“ neue Methoden, mit denen die Verbreitung von Krankheitserregern wesentlich schneller und präziser dargestellt werden kann. Klinische Schwerpunkte ihrer Forschungsarbeit werden zum einen die neonatologische Intensivstation sein, auf der Frühchen versorgt werden. Zum anderen wird sich Reuter mit Patient*innen befassen, die sehr lange…

  • Gesundheit & Medizin

    3,2 Millionen Euro für Projekt zur infektiologischen Versorgung

    Immer komplexere Operationen und der Einsatz sehr wirksamer Immunsuppressiva und Chemotherapeutika haben als Kehrseite auch immer häufigere und schwerere Infektionen zur Folge. Parallel hierzu steigt die Zahl der Infektionen, sowohl durch empfindliche, als auch durch resistente oder multiresistente Bakterien. Um diese Probleme in den Griff zu bekommen, fördert der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) nun mit 3,2 Millionen Euro für drei Jahre ein Projekt unter Leitung der Abteilung Infektiologie der Klink für Innere Medizin II des Universitätsklinikums Freiburg, das die infektionsmedizinische Versorgung in kleineren und mittleren Krankenhäusern verbessern soll. Dafür sollen in zehn Krankenhäusern in Baden-Württemberg Schulungen zu zielgerichteter Infektionsdiagnostik und optimiertem Medikamenteneinsatz  bei Infektionen etabliert werden. Dies geschieht in Kombination mit…

  • Forschung und Entwicklung

    Immunologisches Gedächtnis nach ausgeheilter Sars-CoV-2-Infektion

    Bisher war unklar, ob eine überstandeneSARS-CoV-2-Infektion beziehungsweise eine COVID-19-Erkrankung zu einem anhaltenden immunologischen Gedächtnis führt und dies somit vor einer erneuten Infektion schützen kann. So hatten mehrere Studien gezeigt, dass SARS-CoV-2-spezifische Antikörper bei vielen Menschen mit überstandener COVID-19-Erkrankung nur über wenige Monate nachweisbar sind und daher möglicherweise auch nur einen zeitlich begrenzten Schutz vor einer erneuten Infektion bieten können. Ein Forscherteam am Universitätsklinikum Freiburg um Dr. Maike Hofmann, Dr. Christoph Neumann-Haefelin und Prof. Dr. Robert Thimme konnte jetzt zeigen: Nach durchgemachter SARS-CoV-2-Infektion werden Immunzellen gebildet, die im Körper erhalten bleiben und bei einer erneuten Infektion eine schnelle Immunantwort vermitteln könnten. Die Freiburger Studie wurde am 12. November 2020 in der…

  • Gesundheit & Medizin

    Erste Gentherapie für Kinder zeigt positive Zwischenergebnisse

    In den letzten Jahren wurden einige vielversprechende Ansätze verfolgt, medikamentöse Therapien für Patient*innen mit der schweren, fortschreitenden Muskelschwäche Spinale Muskelatrophie – kurz SMA – zu entwickeln. Seit Mai 2020 konnten fünf betroffene Kinder an der Klinik für Neuropädiatrie und Muskelerkrankungen des Universitätsklinikums Freiburg erfolgreich mit einem neuartigen gentherapeutisch wirksamen Medikament behandelt werden. Die Klinik ist zertifiziertes Muskelzentrum der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke e.V. und Teil des Freiburger Zentrums für seltene Erkrankungen (FZSE) und behandelt darum viele Kinder mit SMA. Das Medikament ist mit Kosten von mehr als zwei Millionen Euro pro Einmal-Dosis das teuerste Medikament der Welt. „Bei den bisher von uns behandelten Kindern konnten wir bereits eine Besserung der…

  • Gesundheit & Medizin

    Seele, Körper und Geist im Fokus

    Wie hängen Seele, Körper und Geist zusammen? Diese übergeordnete Fragestellung verbindet die Vorträge des Psychosomatischen Dienstagskolloquiums der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie des Universitätsklinikums Freiburg. Unter anderem stehen in diesem Jahr die Themen „Klima, Psyche und Psychotherapie“, „Empathie und Achtsamkeit“ und „Hypnosystemische Psychosomatik: Wie der Organismus und Symptome für die Gesundung genutzt werden können“ im Fokus. Den Auftakt zum Interdisziplinären Kolloquium machen Prof. Dr. Claas Lahmann, Prof. Dr. Winfried Kern und Prof. Dr. Bernd Kortmann  mit ihrem Vortrag „Seele – Körper – Geist im Spiegel der Corona-Pandemie“ am Dienstag, 10. November 2020 um 18.30 Uhr als Livestream. Der Zugang zum Livestream ist ohne Anmeldung möglich; alle nötigen Informationen finden…

  • Gesundheit & Medizin

    Hightech-Bilder für eine noch präzisere Behandlung

    Fast alle Patient*innen kommen früher oder später in Kontakt mit bildgebenden Verfahren und der Radiologie. Im Mittelpunkt steht dabei stets eine hochpräzise und schonende Versorgung. Dafür wurden kürzlich von der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie am Universitätsklinikum Freiburg und am Universitäts-Herzzentrum Freiburg · Bad Krozingen (UHZ) mehrere Computertomografie-Scanner (CT) der neuesten Generation installiert, welche jetzt in Betrieb genommen werden. Innovative Funktionen innerhalb der Geräte ermöglichen noch präzisere Bilder bei deutlich reduzierter Strahlendosis und reduzierter Kontrastmittelmenge. Aufgrund sehr schneller Aufnahmetechniken und einer komplexen Datenverarbeitung haben Atem- und andere Körperbewegungen weniger Einfluss auf die Bildqualität. Bei der Auswertung der umfangreichen CT-Daten werden die Freiburger Radiolog*innen mittlerweile auch durch Künstliche Intelligenz unterstützt. „Wir…

  • Gesundheit & Medizin

    Von der Blockade zum Treibstoff: Milchsäure als Angriffspunkt für die Blutkrebs-Behandlung

    Die akute myeloische Leukämie (AML) ist die häufigste Blutkrebsform bei Erwachsenen – und schwer zu therapieren. Selbst nach einer Stammzelltransplantation kehrt die Erkrankung bei der Hälfte aller Betroffenen zurück. Nun konnten Forscher*innen des Universitätsklinikums Freiburg in Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institut für Immunbiologie und Epigenetik zeigen, dass die Tumorzellen mithilfe von Milchsäure die körpereigene Immunantwort ausbremsen und wie Natriumbicarbonat (NaBi) diese Blockade in Treibstoff für die Bekämpfung der Tumorzellen umwandelt. Ihre Ergebnisse veröffentlichten sie am Donnerstag, 28. Oktober 2020 im Fachmagazin Science Translational Medicine. „Wir konnten Ergebnisse aus der Grundlagenforschung sehr direkt zugunsten der Patient*innen nutzbar machen. Das ist sehr begeisternd zu erleben“, sagt Studienleiter Prof. Dr. Robert Zeiser, der die…

  • Forschung und Entwicklung

    Gehirn des weltweit ältesten Wirbeltieres untersucht

    Er wurde 1774 geboren, als J.W. Goethe die „Leiden des jungen Werthers“ schrieb und lebte bis in die Gegenwart: der Grönlandhai ist das älteste bekannte Wirbeltier der Welt, sehr selten, kaum erforscht und kann bis etwa 500 Jahre alt werden. Jetzt ist es einem internationalen Forscherteam unter Leitung des Universitätsklinikums Freiburg gemeinsam mit Wissenschaftler*innen des Marine-Instituts in Hafnarfjörour, Island, erstmals gelungen, das Gehirn eines etwa 245 Jahre alten Grönlandhais ausführlich zu untersuchen. Dieses Tier war dem Isländischen Team um Dr. Klara B. Jakobsdóttir als Beifang ungewollt ins Netz gegangen und kann jetzt den Neurowissenschaftlern neue Einblicke in die Prozesse des Alterns geben. Die Studie ist am 16. Oktober 2020 im…

  • Gesundheit & Medizin

    Experte zu Nobelpreis-Verkündung: „Absolut gerechtfertigt“

    Der Nobelpreis für Chemie 2020 geht an Emmanuelle Charpentier und Jennifer A. Doudna  für die Entdeckung und Entwicklung der molekularen Genschere CRISPR-Cas. „Die Entdeckung von CRISPR-Cas ist ein absoluter Glücksfall für die Lebenswissenschaften. Sie hat eine Revolution in so unterschiedlichen Bereichen wie Medizin, Biotechnologie oder Landwirtschaft ausgelöst – und dabei stehen wir erst am Anfang“, sagt Prof. Dr. Toni Cathomen, Direktor des Instituts für Transfusionsmedizin und Gentherapie des Universitätsklinikums Freiburg. „Die Entdeckerinnen erhalten völlig zu Recht den Nobelpreis.“ Derzeit leitet Prof. Cathomen präklinische Studien zur Anwendung der Genscheren-Technologie an Patient*innen mit HIV oder Krebs. Allerdings fordert er auch klare Grenzen. „Wir möchten Patient*innen helfen und nicht Menschen nach unserem Wunsch…

  • Gesundheit & Medizin

    Arzt und Hepatitis-Forscher ordnet Nobelpreis für Medizin ein

    Der Nobelpreis für Medizin 2020 wird für die Entdeckung des Hepatitis-C-Virus vergeben. Prof. Dr. Robert Thimme, Ärztlicher Direktor die Klinik für Innere Medizin II am Universitätsklinikum Freiburg, ordnet die Auszeichnung ein. Er ist Facharzt für Innere Medizin, Gastroenterologie und Endokrinologie. Thimmes Forschungsschwerpunkt liegt auf dem Gebiet der Immunantwort auf Hepatitis-Viren. Thimme erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen. Kürzlich wurde er in die Nationale Akademie der Wissenschaften – Leopoldina berufen. Thimme ist Co-Sprecher des Sonderforschungsbereichs  / Transregio 179 „Ursachen der Ausheilung bzw. Chronifizierung von Infektionen mit Hepatitisviren“, der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit 11,4 Millionen Euro gefördert wird. Thimmes Team geht am Beispiel der verschiedenen Hepatitis-Viren der Frage nach, was darüber entscheidet,…